Ausgabe März 2023

Scholz in Lateinamerika: Der Mythos vom nachhaltigen Rohstoffabbau

Bundeskanzler Olaf Scholz und der chilenische Präsident Gabriel Boric Font in Santiago de Chile, 29.1.2023 (IMAGO / Aton Chile)

Bild: Bundeskanzler Olaf Scholz und der chilenische Präsident Gabriel Boric Font in Santiago de Chile, 29.1.2023 (IMAGO / Aton Chile)

Als Bundeskanzler Olaf Scholz Ende Januar nach Argentinien, Chile und Brasilien reiste, stand medial vor allem eines im Fokus: die Absage des neuen brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva an die Bundesregierung, Munition für die von Deutschland in die Ukraine gelieferten Panzer bereitzustellen. „Brasilien ist ein Land des Friedens. Und deswegen will Brasilien keinerlei Beteiligung an diesem Krieg, auch nicht indirekt“, sagte Lula bei der gemeinsamen Pressekonferenz in Brasília. Mit dieser Haltung ist er auf dem Subkontinent nicht allein: Auch der argentinische Präsident Alberto Fernández lehnt Waffenlieferungen ab. „Auf der Nordhalbkugel fliegen Raketen und Menschen sterben, und auf der Südhalbkugel steigen als Folge die Preise und die Menschen hungern“, sagte er in Buenos Aires. Zwar verurteilen die Präsidenten von Chile, Argentinien und Brasilien den russischen Angriffskrieg, zu weiteren Zusagen aber sind sie nicht bereit.

Damit zeigt sich: In Südamerika war der deutsche Kanzler auf der Suche nach Unterstützung im Ukrainekrieg wenig erfolgreich. Die linksgerichteten Regierungen der drei Länder wollen sich aus dem Krieg soweit es geht heraushalten. Das bedeutet nicht etwa, dass sie sich auf die Seite Russlands schlagen.

»Blätter«-Ausgabe 3/2023

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (11.00€)
Druckausgabe kaufen (11.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe März 2026

In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema