Ausgabe Juni 2023

America first, China second, Europe third: Die US-Wahl und der Ukrainekrieg

US-Präsident Joe Biden in Valhalla, New York, 10.5.2023 (IMAGO / ZUMA Wire / Ron Adar)

Bild: US-Präsident Joe Biden in Valhalla, New York, 10.5.2023 (IMAGO / ZUMA Wire / Ron Adar)

Seit dem 25. April wissen wir, dass der neue Kandidat der US-Demokraten für die Wahl 2024 auch der alte ist, nämlich der amtierende US-Präsident Joe Biden. Noch ist dagegen nicht ausgemacht, wer sein Herausforderer sein wird. Viel spricht allerdings dafür, dass es zur Wiederauflage Biden gegen Trump kommen wird, wenn auch in vertauschten Rollen.

„Bidens ‚vier weitere Jahre‘ klingen wie eine Gefängnisstrafe“, kommentierte fast resignativ das konservative „Wall Street Journal“ und begründete dies damit, dass nur jeder vierte Amerikaner eine zweite Legislatur Bidens wolle. Das dürfte bereits ein Vorgeschmack darauf sein, wie Fox News (auch ohne Tucker Carlson) und andere gegen den 80jährigen Biden Stimmung machen werden, der bereits bei seinem Amtsantritt im Januar 2021 der älteste US-Präsident der Geschichte war. Auf das Land dürfte daher ein enorm harter Wahlkampf zukommen – mit massiven Implikationen auch für Europa. Diese Wahl, ja vermutlich bereits der Wahlkampf, hat weitreichende Auswirkungen auf die alte Welt, und speziell auf die Ukraine. Denn er findet statt vor dem Hintergrund zweier geopolitischer Großkrisen, Ukraine und Taiwan, die sich wechselseitig beeinflussen.

Einerseits gibt es eine neue politische Systemauseinandersetzung zwischen einem bekennend autokratischen Osten und dem „kollektiven Westen“ (Wladimir Putin), die vor allem von Russland, aber auch seitens Chinas immer wieder bekräftigt wird.

»Blätter«-Ausgabe 6/2023

Sie haben etwa 6% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 94% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (11.00€)
Druckausgabe kaufen (11.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Januar 2026

In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Der Kampf um Grönland: Versöhnung als Geopolitik

von Ebbe Volquardsen

Die Stadt Karlsruhe könnte schon bald vor einem Dilemma stehen. Im Januar 2025 zeichnete sie ihren langjährigen Stadtvertreter Tom Høyem (FDP) mit der Ehrenmedaille aus. In den 1980er Jahren war der gebürtige Däne, mittlerweile auch deutscher Staatsbürger, Dänemarks letzter Minister für Grönland – ein Amt aus der Kolonialzeit.

Infantino-Trump: Goldgangster im Gleichklang

von Jan Kursko

Zum Glück gibt es sie doch noch, die Gerechtigkeit auf dieser brutalen Welt! Da beschert ein Mann Millionen den Frieden – und beendet sogar Kriege, angeblich acht an der Zahl, von denen die Welt zuvor noch nie gehört hatte –, und doch hat das Nobelpreiskomitee ihn schnöde rechts liegen lassen.