Ausgabe Oktober 2023

Wettbewerb statt Waffengang

Wie sich ein Krieg zwischen China und den USA noch verhindern lässt

Die US Navy bei einem Seemanöver im Philippinischen Meer, 20.11.2022 ( IMAGO / ZUMA Wire / Mcs Heather Mcgee / US Navy)

Bild: Die US Navy bei einem Seemanöver im Philippinischen Meer, 20.11.2022 ( IMAGO / ZUMA Wire / Mcs Heather Mcgee / US Navy)

Die 2020er Jahre sind das entscheidende Jahrzehnt für die Dynamiken des sich wandelnden Kräfteverhältnisses zwischen China und den USA. Sowohl die chinesischen als auch die amerikanischen Strategen wissen das. In Peking wie in Washington, und auch in anderen Hauptstädten, werden die 2020er Jahre eine Dekade sein, in der man „gefährlich lebt“. Die Einsätze waren niemals höher, der Wettbewerb niemals schärfer, was auch immer das politische und diplomatische Personal öffentlich erklärt. Sollten die Giganten einen Weg finden, zu koexistieren, ohne ihre Kerninteressen verletzt zu sehen – was ich gemanagten oder geordneten strategischen Wettbewerb nenne –, könnte die Welt aufatmen. Sollten sie scheitern, droht die Gefahr eines Krieges, der die Zukunft beider Länder und die der Welt in einer Art und Weise neu schreiben würde, die wir uns kaum vorstellen können.

Was auch immer an strategischem Vertrauen in der Vergangenheit in den Beziehungen bestanden haben mag, ist längst verschwunden. Die Gründe dafür sind nicht kurzfristig, flüchtig oder gar ausschließlich auf den persönlichen Einfluss Xi Jinpings zurückzuführen. Sie sind zutiefst strukturell.

Für die Amerikaner bedeutet die Führung Xi Jinpings einen radikalen Wandel in der offiziellen strategischen Haltung Chinas gegenüber der Welt.

»Blätter«-Ausgabe 10/2023

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