Ausgabe August 2024

Soziale Schieflage: Das neue Klimaanpassungsgesetz

Hochwasser in Passau am 5.6.2024 (IMAGO / Sven Simon)

Bild: Hochwasser in Passau am 5.6.2024 (IMAGO / Sven Simon)

Eine Anpassung an die neue Klimarealität ist dringend nötig. Das zeigen die Ereignisse der vergangenen Monate: Weihnachtshochwasser vor allem in Niedersachsen, Überschwemmungen im Saarland und Rekordniederschläge in Süddeutschland im Mai.[1]

Die oft verheerenden Effekte des Klimawandels resultieren dabei aus dem Zusammenspiel der vom Menschen veränderten klimatischen Bedingungen und der von Menschen geschaffenen Strukturen sowie ungleichen Lebensbedingungen. Arbeit bei Hitze im Freien oder mangelndes Geld, um nachzurüsten, Häuser an verengten Flüssen, hitzeanfällige Bestandsbauten oder schwache Institutionen, mangelnde Umsetzung von Arbeitsschutz oder kein Zugang zu adäquater Gesundheitsvorsorge: All das kann dazu beitragen, dass Menschen in Fluten und Hitze ihr Leben, ihre Angehörigen oder ihre Existenzgrundlagen verlieren, und es zeigt, dass wir als Gesellschaft, unsere Infrastruktur und unsere politischen Institutionen höchst verwundbar sind.

Anpassung ist keine Kapitulation

Es besteht also – für alle sichtbar – Handlungsbedarf. Und tatsächlich ist, weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit, im Juli das Bundesklimaanpassungsgesetz (KAnG) in Kraft getreten. Aber kann ein Gesetz gegen eine solche neue Wirklichkeit etwas ausrichten?

Einige glauben immer noch, durch die verstärkte politische Aufmerksamkeit auf Anpassungsstrategien würde das Pferd von hinten aufgezäumt.

»Blätter«-Ausgabe 8/2024

Sie haben etwa 10% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 90% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (11.00€)
Druckausgabe kaufen (11.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Hochseeschutz: Hoffnung für das Lebenselixier des Planeten?

von Julia Lauter

Weit draußen vor unseren Küsten liegt eine weitgehend ignorierte Weltregion, an der das Überleben der Menschheit hängt: die Hohe See. Sie bedeckt zwei Drittel der Erdoberfläche, in ihr leben rund 80 Prozent aller Tierarten, sie reguliert das globale Klima und bindet ein Drittel des vom Menschen verursachten CO2.