Bild: Food Influencer Markus Söder verkauft Döner zu Wahlkampfzwecken, 16.9.2025 (IMAGO / Ardan Fuessmann)
Dass es sich bei diesem Jahr mit seinen fünf Landtagswahlen um ein weiteres Superwahljahr handelt, ist hinlänglich bekannt. Dabei wird allerdings die allerwichtigste Wahl in aller Regel unterschlagen, nämlich die Kommunalwahl in Bayern. Soweit jedenfalls die Einschätzung, wenn man dem bayerischen Bauchnabel folgt, zumal dem des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. Alles, was derzeit von ihm zu vernehmen ist, hat nur ein Ziel: am 8. März die Scharte seiner letzten Wahl zum Parteivorsitzenden auszuwetzen. Damals erzielte er mit nur 83,6 Prozent der Delegiertenstimmen ein regelrecht unbayerisches Ergebnis, und zugleich sein bislang schwächstes. Deshalb treibt Söder derzeit jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf.
Und was hat man mit dem fränkischen Volkstribun nicht schon alles erlebt! Welche Wendungen! 2018 gab Söder sich ganz christlich-konservativ und ließ Kruzifixe in jede Beamtenstube hängen. Dann 2021, zu den Hochzeiten von Fridays for Future, war kein Baum vor seinen Umarmungen sicher; doch kaum war die grüne Konjunktur vorbei und grassierte die Wut auf das Heizungsgesetz wurde Söder zum veritablen Grünenfresser, der Robert Habeck schon zum Frühstück verspeiste – in seiner Omnipräsenz nur noch übertroffen vom Fleischfresser und Food Influencer Söder, der an keiner Bratwurst und keinem »Söder-Döner« vorbei kann, ohne in ihn reingebissen zu haben – natürlich nur für das obligatorische Foto.