Der steinige Weg zur digitalen Souveränität
Bild: Demonstrierende in Washington fordern die Schließung von Palantir Technologies und tragen Schilder und Zeichen, die vor der Überwachung durch die Tewhnologien des Unternehmens warnen, 23.8.2025 (Yasin Ozturk / IMAGO / Anadolu Agency)
Deutsche Behörden, Polizei und Bundeswehr sind von Technologien aus den USA abhängig – angesichts der offenen Drohungen der Trump-Administration gegenüber der EU ist das eine massive Sicherheitslücke. Expert:innen fordern schon lange mehr Anstrengungen, um digitale Souveränität zu erlangen. Doch von einer solchen sind die meisten hiesigen Behörden bisher weit entfernt.
Schleswig-Holstein verabschiedet sich gerade von der Software des US-amerikanischen Tech-Riesen Microsoft. Mehr als 40 000 Postfächer mit Millionen von Kalendereinträgen und E-Mails wurden in den vergangenen Monaten von Microsoft Exchange auf Open-Xchange umgezogen, rund 80 Prozent der Arbeitsplätze in der Verwaltung sind bereits auf die Open-Source-Software LibreOffice umgestellt. Der Umzug hat einen politischen Hintergrund: Er soll die Abhängigkeit von US-amerikanischer Technologie reduzieren, das Bundesland digital souveräner machen – und spart gleichzeitig mehrere Millionen Euro an Microsoft-Lizenzgebühren.[1] Künftig will Schleswig-Holstein zudem von Windows auf das freie, quelloffene Betriebssystem Linux wechseln. Auch Thüringen setzt zunehmend auf freie Software, europäische Alternativen und eine neue Thüringer Verwaltungscloud. Im Gegensatz zu kommerzieller Software ist der Quellcode von Open-Source-Software frei zugänglich und kann von jedem eingesehen, genutzt, verändert und weitergegeben werden, solange die jeweiligen Lizenzbedingungen eingehalten werden.