Wie Trump versucht, Lateinamerika zu beherrschen
Bild: Trump nimmt im Weißen Haus die Friedensnobelpreismedaille von María Corina Machado entgegen, 15.1.2026 (IMAGO / Bestimage)
Mit dem Militärschlag gegen Venezuela hat die Trump-Regierung demonstriert, dass sie die Dominanz der USA in der »westlichen Hemisphäre« auch mit Gewalt durchsetzen will. Dabei beruft sie sich nicht – im Unterschied zu US-Interventionen in der Vergangenheit – auf demokratische Werte. Die lateinamerikanischen Länder haben aber andere Optionen, als sich dem US-Herrschaftsanspruch zu unterwerfen.
Donald Trump hat sein Ziel, die USA nicht nur wieder großartig (»great again«), sondern auch größer zu machen, nie verhehlt. Doch als er vor einem Jahr ankündigte, Panama, Grönland und womöglich Kanada unter seine Kontrolle zu bringen, schienen das noch großspurige Fantasien, die bald an der Realität zerschellen würden. Inzwischen wissen wir: Statt sich zu mäßigen, eskaliert Trump seine Drohungen und hat in Venezuela seine Entschlossenheit zu spektakulären Militärschlägen demonstriert.
Schon zuvor hatte sein Stab die außenpolitischen Gedanken seines Chefs und die Ideologie seiner wichtigsten Ideengeber systematisiert. Das Ergebnis ist in der Anfang Dezember veröffentlichten »Nationalen Sicherheitsstrategie« festgehalten. Darin wird unverblümt auf militärische Stärke gesetzt und als erstes Ziel ausgegeben, die »Vorherrschaft« in der »westlichen Hemisphäre« – gemeint ist der amerikanische Doppelkontinent, wozu die USA auch Grönland zählen – »wiederherzustellen«.[1] Spätestens am 3.