Bild: Löscharbeiten gegen die Waldbrände in Chubut, im Süden Argentiniens, 2.2.2026 (IMAGO / Anadolu Agency)
Seit der »Anarchokapitalist« Javier Milei Präsident Argentiniens ist, sorgt er unter der Losung der »Unantastbarkeit des Privateigentums« für den Abbau sämtlicher Restriktionen für Eigentümer:innen. Wer Land, Unternehmen oder Immobilien besitzt, soll damit künftig machen können, was er oder sie will – sämtliche mühsam erkämpften Umwelt- und Sozialstandards will Milei abschaffen und insbesondere die Rechte indigener Gemeinden beschneiden. Sein Ziel ist es, Wachstum und Devisen zu generieren – durch den radikalen Ausverkauf der Ressourcen des Landes.
Im Dezember 2025 stellte Milei zu diesem Zweck ein Gesetzespaket vor, den sogenannten Mai-Pakt. Der Name verweist auf die Unabhängigkeit von Spanien im Mai 1810 und unterstreicht die Bedeutung, die die Regierung dem Pakt beimisst. In seinem Rahmen sollen im Laufe des Jahres 2026 »100 obsolete und nutzlose Gesetze« abgeschafft oder modifiziert werden. Erklärtes Ziel ist nichts weniger als eine umfassende Transformation der Gesellschaft in Richtung der uneingeschränkten Geltung von Privateigentum und unternehmerischer Freiheit1: »[Der Pakt] repräsentiert die Entscheidung, […] ein Land zu errichten, in dem Ordnung, wirtschaftliche Freiheit, der Respekt des Privateigentums und fiskalische Verantwortung Leitlinien und stabile Regeln sind«, heißt es in dem Gesetzespaket, das Milei sowie zahlreiche Provinzregierungen unterzeichnet haben. Erarbeitet wurde es vom sogenannten Mai-Rat.