Bild: Die Plattform der Demokratischen Kräfte Russlands hat in Straßburg ihre Arbeit aufgenommen, 29.1.2026 (IMAGO / SOPA Images)
Mit Blick auf Russland ist eines klar: Das zunehmend repressive Kremlregime, das seit vier Jahren einen Krieg gegen die gesamte Ukraine führt und zugleich jeden Widerstand im eigenen Land brutal unterdrückt, spricht nicht für alle Russ:innen. Doch wie kann man mit jenen kommunizieren, die das Regime ablehnen? Wie kann man sie in politische Prozesse einbinden? Einen bemerkenswerten Versuch hat nun die Parlamentarische Versammlung des Europarats in Straßburg unternommen. Sie hat eine Plattform ins Leben gerufen, die eine geregelte Kommunikation mit demokratisch gesinnten Exilruss:innen ermöglichen soll. Ende Januar nahm sie ihre Arbeit auf.
Mit Beginn der russischen Vollinvasion der Ukraine am 24. Februar 2022 richtete der Kreml die Gewalt immer mehr auch gegen seine eigenen Bürger:innen – gegen jene, die sich weigerten, den Krieg zumindest stillschweigend mitzutragen. Viele gingen daraufhin ins Exil: demokratisch engagierte Russ:innen, die nun noch mehr als früher schon Verfolgung und Haft erwarten mussten, aber auch Männer, die eine Einberufung in die Armee fürchteten, oder Menschen, die für sich schlichtweg keine Perspektive mehr in einem zunehmend isolierten Russland sahen.
Auch wenn es keine offiziellen Daten zu dieser neuen Emigrationswelle gibt, gehen Schätzungen von mehreren hunderttausend Menschen aus – manche gar von knapp einer Million. Darunter befinden sich viele hochqualifizierte Fachkräfte, insbesondere aus dem IT-Sektor.