Bild: Ein Mann saugt Treibstoff aus einem Container neben einer staatlichen Tankstelle in Kuba ab, weil diese wegen Treibstoffmangels geschlossen ist, 24.1.2026 (IMAGO / imagebroker)
Eigentlich ist Raúl Castro, einer von drei noch lebenden historischen Anführern der kubanischen Revolution, schon längst im Ruhestand. Seit 2019 ist Miguel Diaz-Canel der Vorsitzende des Staats- und Ministerrates; 2021 zog sich Raúl Castro dann auch noch als Parteivorsitzender zurück. Und dennoch, wenn es kriselt – und das tat es in den vergangenen Jahren oft in Kuba – taucht der 94-Jährige wieder in der Öffentlichkeit auf. Wohl um seinem glücklosen Nachfolger, der dem Land eigentlich immer nur Hiobsbotschaften überbringt, den Rücken zu stärken.
Zuletzt erschien Raúl Castro am 15. Januar dieses Jahres in der Öffentlichkeit, in einem besonders harten Moment für die Revolution: An diesem Tag wurden die Überreste der 32 kubanischen Militärs in Havanna entgegengenommen, die bei der US-Militäroperation in Venezuela ums Leben gekommen waren. Die meisten von ihnen hatten den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro verteidigt, der mittlerweile in einem New Yorker Gefängnis auf einen Prozess wegen Drogenhandels wartet.
Die Beisetzung der Gefallenen ist eine besonders bittere Niederlage in einem kritischen Moment für Kuba. Wenn es nach der Vorstellung von US-Präsident Donald Trump geht, symbolisiert sie vielleicht sogar den Todesstoß für das sozialistische Regime. Berauscht vom einfachen Durchmarsch in Venezuela hofft Trump auf einen Ehrenplatz in der US-Geschichte, sollte es ihm gelingen, auch noch Kuba zu Fall zu bringen.