Ausgabe Mai 2026

Großbritannien: Der Zerfall des Zweiparteiensystems

Nigel Farage in Westminster, 10.4.2026 (IMAGO / ZUMA Press)

Bild: Nigel Farage in Westminster, 10.4.2026 (IMAGO / ZUMA Press)

Das bislang weitgehend von Labour und Tories kontrollierte Zweiparteiensystem in Großbritannien dürfte in diesem Frühjahr einen tiefen Einschnitt erleben. Das zeigt ein Blick auf die Umfragen für die Regionalwahlen in Schottland und Wales sowie die Kommunalwahlen in Teilen von England am 7. Mai: Während sich im rechten Lager Reform UK von Nigel Farage anschickt, die konservativen Tories großflächig zu verdrängen, ist die Situation im linken Lager unübersichtlicher. In Schottland, Wales und England gibt es mit der Schottischen Nationalpartei (SNP), der walisischen Nationalpartei Plaid Cymru und den englischen und walisischen Grünen gleich drei Anwärter, die der Labour Party von Premierminister Keir Starmer das Leben schwer machen könnten. Für die Tories geht es dabei bereits um eine existenzielle Krise, Labour befindet sich womöglich auf dem Weg dorthin.

Einen viel beachteten Vorgeschmack auf den massiven Umbruch im britischen Parteiensystem gab es am 26. Februar in Manchester, als erstmals eine grüne Kandidatin bei einer Nachwahl zum Unterhaus ein Direktmandat errang. Labour ging ein einst sicherer Wahlkreis verloren, die Partei fiel hinter Reform UK auf Platz drei zurück. Die Tories wiederum wurden völlig marginalisiert.

Besonders dramatisch dürfte der Wandel in Wales spürbar werden. Dort hat Labour in den vergangenen hundert Jahren jede Wahl gewonnen.

»Blätter«-Ausgabe 5/2026

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