Ausgabe Juni 2026

Klimaallianz TAFF: Aufbruch aus dem fossilen Zeitalter?

Der Solarpark Quilapilun in der Nähe von Santiago de Chile (IMAGO / Pond5 Images)

Bild: Der Solarpark Quilapilun in der Nähe von Santiago de Chile (IMAGO / Pond5 Images)

Das Timing hätte nicht besser sein können. Kaum hatten Ende April Delegierte aus 57 Staaten die weltweit erste Konferenz zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen verlassen, gab es neue Hiobsbotschaften vom Ölmarkt: Zunächst erklärten die Vereinigten Arabischen Emirate ihren Austritt aus der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC)1, dann schnellte der Ölpreis auf ein neues Rekordhoch von 122 US-Dollar pro Barrel. Das bedeutet noch mehr Turbulenzen auf dem Brennstoffmarkt, hohe Preise für alle, die das schwarze Gold importieren müssen, und ein Ölmarkt, der durch eine geschwächte OPEC noch unberechenbarer wird. 

Es war, als hätten diese Ereignisse die Teilnehmenden der TAFF-Konferenz – kurz für Transitioning Away from Fossil Fuels – in der kolumbianischen Küstenstadt Santa Marta in ihrem Kurs bestätigt: Es lohnt sich, auf erneuerbare Energien umzusteigen und sich unabhängig zu machen von riskanten Öl- und Gaseinkäufen. UN-Klimachef Simon Stiell sprach treffend vom »fossilen Chaos«, aus dem sich die Welt endlich befreien müsse.

Gute Gründe, Öl, Gas und Kohle den Rücken zu kehren, gibt es schon lange. Da wären die Folgen der Klimakrise, die bereits heute Millionen Menschenleben gefährden, oder die schlechte Luft in Städten durch Verbrennerautos oder Kohlekraftwerke und daraus folgende massive Gesundheitskosten.

»Blätter«-Ausgabe 6/2026

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (12.00€)
Druckausgabe kaufen (12.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social-Media- kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Die Kunst der Bricolage

von Frank Adloff

Der Ausweg aus der dramatischen Doppelkrise aus fortschreitender Klimaerwärmung und schwindender Biodiversität muss ein schrittweises Handeln sein, das ökologische Modernisierung und radikalen Systemwandel gleichzeitig verfolgt.