Ausgabe Juli 2026

Kurt Waldheim und kein Ende

Österreichs Geschichtswende und der Aufstieg der FPÖ

Staatspräsident Kurt Waldheim, 12.3.1988 (IMAGO / Winter)

Bild: Staatspräsident Kurt Waldheim, 12.3.1988 (IMAGO / Winter)

Als im Jahr 1986 der ehemalige Wehrmachtsoffizier Kurt Waldheim zum österreichischen Bundespräsidenten gewählt wurde, löste dies eine große nationale wie internationale Debatte aus. Damit begann einerseits der Abschied von der österreichischen Opferlegende, aber andererseits auch die Profilierung der FPÖ als Vertreterin des organisierten Rechtsradikalismus.

Es war ein für seine Generation typischer Exkulpationsversuch: »Ich habe im Krieg nichts anderes getan als Hunderttausende andere Österreicher, nämlich meine Pflicht als Soldat erfüllt.« Mit diesem Satz wehrte sich vor 40 Jahren der von der konservativen Österreichische Volkspartei (ÖVP) aufgestellte österreichische Bundespräsidentschaftskandidat und vormalige UN-Generalsekretär Kurt Waldheim gegen Vorwürfe, er sei als Nachrichtenoffizier in NS- und Kriegsverbrechen als Mitwisser involviert gewesen. Auch andere Presseberichte, die belegten, dass Waldheim zwischen 1938 und 1945 sowohl Angehöriger des SA-Reitersturms als auch Mitglied im Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund (NSDStB) gewesen war, wies der ehemalige UN-Generalsekretär brüsk zurück1 – und hatte damit Erfolg: Am 8. Juli 1986 konnte er sein Amt als österreichischer Bundespräsident antreten, nachdem er einen Monat zuvor die Stichwahl gewonnen hatte.

Doch damit war die Vergangenheit des neuen Präsidenten nicht vergangen.

»Blätter«-Ausgabe 7/2026

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