Bild: Eimer und Schaufel im Sandkasten, 19.5.2026 (IMAGO / Sven Simon)
Schon als das »Programme for International Student Assessment« (PISA) 2001 die ersten Ergebnisse seiner internationalen Vergleichsstudie veröffentlichte, löste das große Sorgen über das deutsche Bildungsniveau aus. Gleichzeitig setzte sich in der hiesigen Bildungspolitik die Vorstellung fest, Bildung lasse sich vor allem durch Messbarkeit, Vergleichbarkeit und Steuerung verbessern. Standards, zentrale Prüfungen und Monitoring folgten – doch der Denkfehler blieb: Vergleichbarkeit kann Probleme sichtbar machen, sie ersetzt aber nicht die Bedingungen, unter denen Lernen und Entwicklung gelingen.
Im Frühjahr spiegelte sich dieser Irrglaube gleich in mehreren Vorhaben:1 in den Plänen von Bildungsministerin Karin Prien für ein Qualitätsentwicklungsgesetz (QEG), in den Empfehlungen der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission (SWK) der Kultusministerkonferenz zur datengestützten Entwicklung und Steuerung in Schulen und frühkindlicher Bildung sowie im Referentenentwurf zum Ersten Kinder- und Jugendhilfestrukturreformgesetz. Zusammen mit den zeitgleich diskutierten Kürzungen im Sozialbereich weisen diese Vorhaben in eine Richtung: Krisen sollen vor allem über Diagnostik, Daten, Verfahren, Planung und Wirkungskontrolle bearbeitet werden statt mit dem Ausbau verlässlicher personeller, zeitlicher und institutioneller Bedingungen. Am deutlichsten zeigt sich dieses Missverhältnis derzeit im Kitabereich. Am 28.