Bild: Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez, 24.6.2026 (IMAGO / Europa Press)
Bildhafter hätte auch der Drehbuchautor eines Politthrillers die Szene nicht gestalten können: Als die spanische Polizei im Mai das Büro des ehemaligen Regierungschefs José-Luis Rodríguez Zapatero vom sozialdemokratischen PSOE durchsuchte, stellte sie nicht nur Unterlagen und Computer sicher, sondern fand in einem Tresor auch Schmuckstücke im Wert von mehr als 1,3 Mio. Euro. Über hundert Ketten lagerten dort, dazu Armbänder, Ringe, Uhren und Ohrringe, da-runter ein diamantenbesetztes Collier aus Weißgold mit zwei Smaragden aus Sambia, das auf 278 000 Euro geschätzt wird. Laut Zapatero seien die Juwelen teils Geschenke, die er auf internationalen Reisen erhalten haben will, teils stammten sie aus einer Erbschaft. Doch beweisen konnte er das bisher nicht. Und so ist der im Büro versteckte Schatz zum Sinnbild eines Korruptionsskandals geworden, der die spanische Linksregierung erschüttert wie kaum eine andere Affäre der vergangenen Monate.
Zapatero muss sich derzeit vor dem Obersten Gerichtshof verantworten, weil er 2021 während der Coronapandemie bei der Rettung der spanischen Airline Plus Ultra interveniert und dafür Provisionen in Höhe von 53 Mio. Euro erhalten haben soll. Diese Provisionen soll er dann über ein Unternehmensgeflecht, zu dem auch die Firma seiner beiden Töchter gehörte, verschleiert haben. Der Gerichtshof beschuldigt ihn der Einflussnahme, Urkundenfälschung und der Gründung einer kriminellen Organisation.