Vom Antiterrorkrieg zur neuen imperialen Sicherheitskultur
Bild: Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und dem darauf folgenden Krieg in Afghanistan wurde begonnen, den Marinestützpunkt der US Navy in der Guantánamo-Bucht auf Kuba um ein Internierungslager für Gefangene zu erweitern, Foto vom 18.1.2002 (IMAGO / ZUMA Press Wire)
25 Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und dem von den USA ausgerufenen »War on Terror« sind dschihadistische Gruppen Teil eines expandierenden Konfliktgeschehens, während das Instrumentarium des Antiterrorkriegs weiter Anwendung findet, auch über die Terrorbekämpfung hinaus – als Bestandteil einer neuen globalen Sicherheitskultur des »Rechts des Stärkeren«. Um aber weltweit verübte Terrorakte wirksam einzudämmen, ist die Abkehr von einer solchen Politik massiver Rechtsverstöße nötig.
Am 11. September 2001 erfolgten mit den Angriffen auf die New Yorker Twin Towers und das US-Verteidigungsministerium in Washington die bis heute schwersten Terroranschläge der Geschichte mit fast 3000 Toten. Massive Vergeltung für Nine Eleven, »ohne Samthandschuhe« und außerhalb des Rechts, wurde seitdem zum Signum für die Politik der USA und ihrer Verbündeten. Kurz nach dem Anschlag, im Oktober 2001, rief George W. Bush den »globalen Krieg gegen den Terror« aus, der mit der militärischen Invasion Afghanistans begann. 2003 folgte, diesmal ohne UN-Mandat, der Irakkrieg.
25 Jahre nach Nine Eleven haben sich trotz der an vielen Schauplätzen der Welt geführten Antiterrorkriege dschihadistische Gruppen in vielen Konfliktgebieten ausgebreitet und als resilient erwiesen.