Ausgabe September 2026

Mit Aust ein Kreuz der AfD

Stefan Aust bei der CHIO Media Night 2025, 1.7.2025 (IMAGO / Panama Pictures)

Bild: Stefan Aust bei der CHIO Media Night 2025, 1.7.2025 (IMAGO / Panama Pictures)

Was mag sich Markus Söder bloß dabei gedacht haben, als er ausgerechnet Stefan Aust den Ehrenpreis des Bayerischen Buchpreises für dessen »herausragendes Gesamtwerk« verlieh? Immerhin war Söders Idol Franz Josef Strauß einst der Intimfeind von Rudolf Augstein, ehedem Austs »Spiegel«-Chef. »Aust dringe mit unverwechselbarer Handschrift zu zentralen Themen der Zeit vor«, lautet Söders Preis-Begründung. In der Tat ist Aust in seinen inzwischen 80 Jahren immer wieder zu »zentralen Themen der Zeit« vorgedrungen – auf seinem weiten Weg von ganz weit links, nämlich von Ulrike Meinhofs »konkret« über gemäßigt links beim »Spiegel«, der aber unter Aust recht neoliberal wurde, bis ziemlich weit rechts, nämlich zu Springers »Welt«. 

Hätte Söder doch bloß ein bisschen gewartet, dann hätte er auch Austs jüngstes »zentrales Thema« mitbekommen, erschienen in der »Welt am Sonntag« vom 9. August – quasi eine Wahl-Aufforderung für die Ganz-weit-Rechten. »Die Quittung für politisches Nichtstun heißt AfD« ist der Text treffend im Internet betitelt. 

»Es ist die Politik seit Angela Merkel, die es geschafft hat, den Alternativen [früher nannten sich so die Grünen, Aust nennt so die AfD] die Türen sperrangelweit zu öffnen«, setzt der Döpfner-Intimus seine langjährige Fehde mit der ewigen Kanzlerin fort.

»Blätter«-Ausgabe 9/2026

Sie haben etwa 36% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 64% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (12.00€)
Druckausgabe kaufen (12.00€)
Anmelden

Weitere Artikel zum Thema