Ausgabe April 2014

Japan: Mit Nationalismus in die Isolation

Japans Premierminister Shinzo Abe hat eine Mission: Er will sein Land wieder zu der großen Nation machen, die es einmal war. Doch die Rückkehr zu einem erfolgreichen und nationalstolzen Japan ist nicht nur ein gewagtes Versprechen, sondern auch überaus gefährlich. Denn mit seiner auf nationale Größe abzielenden Politik droht Abe Japan international zu isolieren und das politische Klima zwischen China und Japan gefährlich aufzuheizen. Am Ende könnte sich Japan plötzlich in einem militärischen Konflikt mit China wiederfinden, den es gar nicht beabsichtigt hatte.

Zunächst ist zweifelhaft, ob Japan zu seiner alten wirtschaftlichen Stärke zurückfinden kann. In den letzten zwei Jahrzehnten verharrte das Land in der nabelschauartigen Betrachtung seiner Unfähigkeit, strukturelle Reformen in Wirtschaft und Gesellschaft in Angriff zu nehmen, und Shinzo Abes weltweit Abenomics genannte Wirtschaftspolitik ist nach großen Anfangserfolgen für die Exportindustrie ins Stocken geraten. Ohnehin ist das anvisierte Wirtschaftswachstum von jährlich zwei Prozent in einer alternden Gesellschaft mit einer obendrein abnehmenden Bevölkerungszahl nicht zu erreichen.[1]

Umso mehr sieht Japan sich durch das immer stärker werdende China bedroht.

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