Ausgabe Juli 2014

Minenfeld Bosnien-Herzegowina

Die große Flut, die Bosnien und Herzegowina sowie Serbien Mitte Mai heimsuchte, war das schlimmste Hochwasser in der Region seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 120 Jahren. Rund 40 Menschen verloren ihr Leben, Tausende flüchteten aus den überfluteten Landstrichen.

Doch die Menschen fürchten nicht nur die Wassermassen. Die Wälder um Sarajevo sind immer noch voller Minen, die dort während der Belagerung der Stadt in den 1990er Jahren gelegt wurden. Insgesamt, so schätzen Fachleute, sind noch etwa 120 000 Landminen in den Wäldern Bosniens vergraben. Viele von ihnen schwemmten die Regenfälle nun Flüsse und Berghänge hinab. Zudem machte die Flut eine äußerst gefährliche Arbeit zunichte: Einige der bekannten Minenfelder hatte man in der Vergangenheit mit Warnzeichen gekennzeichnet, um so Spaziergänger und Holzsammler zu alarmieren. Diese Markierungen sind den Wassermassen ebenfalls zum Opfer gefallen.

Manche Bürger in Sarajevo sagen, das ganze Land sei ein politisches Minenfeld, dessen Sprengkraft auch knapp zwei Jahrzehnte nach Ende des Krieges nicht entschärft sei.

Nach Beweisen für diese These muss man in Sarajevo nicht lange suchen. Selbst an der Interpretation der Ereignisse vom 28. Juni 1914, die sich nun zum 100. Mal jähren, entzünden sich die nationalen Leidenschaften.

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Der Lieferketten-Backlash – und was trotzdem bleibt

von Armin Paasch, Miriam Saage-Maaß

Nach langem Ringen hat das Europäische Parlament am 16. Dezember 2025 dem sogenannten Omnibus-I-Paket zugestimmt, das zentrale Regelwerke des European Green Deal »vereinfachen« soll. Tatsächlich hat die Europäische Volkspartei damit allerdings nicht vereinfacht, sondern vielmehr die »Brechstange« (Manfred Weber, CSU) an die EU-Lieferkettenrichtlinie angesetzt.