Ausgabe Juli 2014

Nationaler Sozialismus

Durch den Ukraine-Konflikt und seine ideologischen Eruptionen, etwa bei den aufkommenden Montagsdemonstrationen, fühlt man sich an erstaunliche Phänomene der deutschen Geschichte erinnert, insbesondere an das Konzept der Querfront, sprich: die völkische Verbindung zwischen radikalen Rechten und Linken gegen den liberalen Westen. Da trifft es sich gut, dass soeben eine wegweisende Biographie Arthur Moeller van den Brucks (1876-1925) erschienen ist, eines, wenn nicht des Vordenkers dieser Strömung.

An allgemeinen Abhandlungen über die „Konservative Revolution“ gibt es seit Armin Mohlers Standardwerk keinen Mangel. Allerdings leiden sie meist darunter, dass sich ihre höchst komplexen Protagonisten nur schwer unter eine politisch-ideologische Einheit subsumieren lassen. Deshalb konzentriert sich Volker Weiß mit Moeller van den Bruck ganz auf eine durchaus faszinierende Schlüsselperson, die aber im Dunstkreis ihrer Gesinnungsfreunde, von Edgar Jung und Ernst Jünger über Carl Schmitt bis Oswald Spengler, eher am Rande stand.

Dennoch kann Moeller mit seinen Umdeutungen der Begriffswelt des traditionellen Konservatismus als führender Vertreter der Konservativen Revolution gelten.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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