Ausgabe September 2014

Die vergessene Bewegung

Der indianische Kampf um Selbstbestimmung

Vor genau sieben Jahren, am 13. September 2007, verabschiedeten die Vereinten Nationen die richtungsweisende Erklärung über die Rechte der indigenen Völker (UNDRIP). Unter Berufung auf die Menschenrechte soll sie das Überleben, das Wohlergehen und die Würde indigener Bevölkerungsgruppen weltweit schützen. Nach langem Zögern erklärte am 16. Dezember 2010 schließlich auch US-Präsident Barack Obama, dass die Vereinigten Staaten die Erklärung unterzeichnen würden – doch passiert ist seither wenig.

Dabei kämpft eine indigene Bewegung in den USA schon lange für die Selbstbestimmung der indianischen Stämme. Es ist eine Geschichte, die es verdient, erzählt zu werden. Denn obwohl die aufwühlende Geschichte des Tribal Sovereignty Movement in der indigenen Literatur gut dokumentiert ist, kennt man sie in der Mehrheitsgesellschaft der Vereinigten Staaten kaum. Dabei handelt es sich um eine soziale Bewegung von gleicher Relevanz wie die Bürgerrechts-, Frauen- und Umweltbewegungen.

Das Vermächtnis der Eroberung

Demokratie und Menschenrechte bilden das Fundament des amerikanischen Experiments, doch die Vereinigten Staaten haben sich, wie die Erfahrung der amerikanischen Ureinwohner beweist, nicht immer an ihre Grundwerte gehalten.

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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