Ausgabe April 2015

Das mexikanische Inferno

Seit nunmehr acht Jahren herrscht in Mexiko Krieg – der Krieg gegen die Drogen. Seit der ehemalige mexikanische Präsident Felipe Calderón den Drogenkartellen im Jahr 2006 den Kampf ansagte, hat sich das Land in ein regelrechtes Inferno verwandelt: 100 000 Menschen bezahlten den Drogenkrieg bislang mit ihrem Leben, 250 000 Menschen sind auf der Flucht, 26 000 verschwunden. Illegale Hinrichtungen und Folter sind an der Tagesordnung. 99 Prozent dieser Verbrechen bleiben straflos. All das erinnert auf fatale Weise an den „schmutzigen Krieg“ der lateinamerikanischen Diktaturen der 1970er Jahre. Der mexikanische Staat scheint dabei mehr und mehr die Kontrolle über sein Territorium zu verlieren: Über zwei Drittel aller mexikanischen Gemeinden werden mittlerweile von Drogenkartellen kontrolliert.

Vor diesem Hintergrund verhandeln die deutsche und die mexikanische Regierung seit 2011 über ein Sicherheitsabkommen, in diesem Jahr soll es nun endgültig beschlossen werden. Das Abkommen dient laut Bundesregierung der „Verbesserung der Zusammenarbeit bei der Bekämpfung, Verhütung und Aufklärung schwerer Straftaten der Organisierten Kriminalität, insbesondere der Rauschgift- und Schleuserkriminalität, des Menschenhandels sowie des Terrorismus“.[1]

In erster Linie geht es dabei um polizeiliche Zusammenarbeit.

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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