Ausgabe Mai 2015

Atomstreit mit Iran: Die große Ernüchterung

Der Erfolgsdruck in Lausanne war hoch: Über Tage verhandelten Vertreter der USA und Irans über die Eckpunkte für ein gemeinsames Atomabkommen. Beide Seiten verfolgen das Ziel, den seit Jahren schwelenden Streit über das nukleare Anreicherungsprogramm Irans zu beenden. Die selbstgesetzte Verhandlungsfrist hatten US-Außenminister John Kerry und sein iranischer Amtskollege, Dschawad Sarif, immer wieder aufs Neue verlängert.

Denn: Ein Scheitern der Verhandlungen konnten sich weder Washington noch Teheran leisten. Entsprechend groß war die Erleichterung, als die Außenminister schließlich am 2. April einen „Durchbruch“ verkündeten. Bis Ende Juni werde man noch technische Details klären, die einem endgültigen Abkommen vorausgehen. Worin aber dieser „Durchbruch“ konkret besteht, ist bis heute offen. Denn tatsächlich sind die wichtigsten Punkte, um die man in Lausanne erbittert gerungen hat, nach wie vor ungeklärt.

Zweierlei Ergebnisse

Dies zeigt sich bereits in den unterschiedlichen Bewertungen des Verhandlungsergebnisses. Neben einer kurzen Abschlusserklärung, die Sarif und die EU-Außenbeauftragte Frederica Mogherini am 2.

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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