Ausgabe Februar 2016

Al Qaida als Partner: Die fatale Taktik

Zu Beginn dieses Jahres richtete die saudi-arabische Führung 47 Regimegegner wegen angeblicher Terrortaten hin, darunter auch den hohen schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr. Die Exekutionen sorgten nicht „nur“ für eine anhaltende Großkrise zwischen Teheran und Riad, sondern sie werfen darüber hinaus die grundsätzliche Frage auf, wer derzeit eigentlich mit wem im Nahen Osten welche Bündnisse eingeht. Diese Frage betrifft keineswegs bloß die fatale Zusammenarbeit des Westens mit den wahhabitischen Hardlinern in Riad, sondern sie geht weit darüber hinaus. Tatsächlich kann man den Eindruck gewinnen, dass im derzeit alles dominierenden Kampf gegen den selbst ernannten „Islamischen Staat“ (IS) schier alles erlaubt ist – sogar immer häufiger „taktische Bündnisse“ mit Al Qaida.

Alles scheint erlaubt

Zum Beispiel im Jemen: 2014 begannen schiitische Huthis aus dem Norden des verarmten Landes einen Eroberungszug. Unterstützt wurden sie dabei von Anhängern des 2012 entmachteten Langzeit-Diktators Ali Abdallah Salih, und – jedenfalls nach Ansicht vieler arabischer Staats- und Regierungschefs – vom Iran. Die Führung um den gewählten jemenitischen Präsidenten, Abd Rabo Mansour Hadi, floh zunächst in die südjemenitische Hafenstadt Aden. Danach suchte sie Schutz im benachbarten Saudi-Arabien.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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