Ausgabe Januar 1991

Bremen zum Beispiel - Rüstungsproduktion und regionale Konversion

und regionale Konversion

Im 20. Jahrhundert hatte der Konversionsgedanke dreimal Hochkonjunktur: nach dem Ersten Weltkrieg 1918/19, nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 und nach Beendigung des Kalten Krieges, genauer: der Blockkonfrontation zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt 1989/90. Nie waren die Chancen für Abrüstung und Rüstungskonversion so groß wie heute, zumal sich die westlichen Industriestaaten seit mehreren Jahren in einer Konjunkturphase befinden und keine Wirtschaftskrise den Umstellungsprozeß erschwert.

Um so verwunderlicher erscheint, wie wenig bisher auf diesem für das Überleben der Menschheit und die Bewältigung globaler Probleme (drohende Klimakatastrophe, Ozonloch, Unterentwicklung, Welthunger, Flüchtlingsströme, Analphabetismus, Schuldenkrise) zentralen Gebiet passiert.

Alle reden von Rüstungskonversion, aber kaum ein betroffenes Unternehmen praktiziert sie, zumal sich seit Beginn der Golfkrise - nicht nur in den USA, wo die Rüstungskonzerne zuerst den Irak beliefert haben und jetzt die eigenen Streitkräfte für den Wüstenkrieg ausrüsten - ein Stimmungsumschwung abzeichnet und die veröffentlichte Meinung vorherrscht, man müsse Kriegswaffen haben, um Aggressoren wie Saddam Hussein erfolgreich entgegentreten zu können.

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