Ausgabe Mai 1991

Kurdischer Nachkrieg

Der Krieg am persisch-arabischen Golf ist beendet, die Truppen der Alliierten ziehen sich nach der "Befreiung" Kuwaits zurück.

Aber die Waffen schweigen nicht. Der schiitische Aufstand im Süden des Iraks ist blutig niedergeschlagen worden; im Norden des Landes droht zigtausendfacher Mord an der kurdischen Bevölkerung. Und all dies ereignet sich in einer Lage, in der ohnehin Hungersnot und Seuchengefahr im ganzen Land herrschen. Da die alliierten Bombenangriffe während des zweiundvierzigtägigen Luftkrieges auch die Wasserversorgung Bagdads zerstört haben, trinken die Einwohner ungeklärtes Tigriswasser; in jedem Moment können Cholera- und Typhusepidemien ausbrechen... Klar zeigt sich hier die Doppelmoral westlicher Politik: War die Rückführung der diktatorisch herrschenden Sabah-Dynastie aus Kuwait zu ihren profitablen Ölquellen den USA einen verheerenden Krieg mit Tausenden von Toten und unübersehbaren ökologischen Spätschäden wert, so erklärt man jetzt, sich in "innere Angelegenheiten" nicht einmischen zu wollen, nachdem man zuvor offen zum Umsturz im Irak aufgerufen hatte...

Mai 1991

Sie haben etwa 17% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 83% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Weitere Artikel zum Thema

Putins Kriegswirtschaft: Propaganda und Realität

von Michael R. Krätke

Zu den ständig wiederholten Propagandalügen des russischen Regimes gehört die Behauptung, Russlands Wirtschaft werde von den Sanktionen des Westens kaum berührt. Viele glauben das, weil die Ankündigung, die Sanktionen würden Russland in kürzester Zeit in die Knie zwingen, nicht eingetroffen ist.

Politik als Gewinnspiel: Wetten auf Krieg und Frieden

von Sonja Peteranderl

Über Monate hinweg beobachteten US-Geheimdienste jede Bewegung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro. Am 3. Januar gab US-Präsident Donald Trump schließlich grünes Licht für die »Operation Absolute Resolve«.

Libanon: Letzte Hoffnung Trump?

von Kristian Brakel

Seit Anfang März tobt im Libanon die x-te Auflage des jahrzehntealten Konflikts zwischen Israel und der Hisbollah. Während die Weltöffentlichkeit gebannt verfolgt, wie Donald Trump die militärische Projektionskraft der USA am Golf verspielt, erregt der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah weit weniger Aufmerksamkeit.