Ausgabe September 1991

Umweltsanierung zwischen Großversuch und Illusion.

Zur Entwicklung in den neuen Ländern

Berichte über den Umweltschutz in den neuen Ländern vermitteln derzeit oftmals den Eindruck, überall müsse saniert werden und der Umweltschutz dort sei eine brisante Mischung aus erdrückenden Erblasten, wirtschaftlichem Chaos und administrativer Unzulänglichkeit. Dabei wird leicht übersehen, daß die Grundlagen für eine aktive Umweltpolitik mit dem Einigungsvertrag bereits gelegt sind.

Ob diese Grundlagen allerdings dem umweltpolitischen Auftrag des Einigungsvertrages gerecht werden, erscheint zweifelhaft. Überdies nährt der Begriff "Umweltsanierung" Illusionen über die Wiederherstellbarkeit von Natur und Landschaft. Im Folgenden soll dies skizzenhaft dargelegt werden, wobei sich der Thesen-Charakter sowohl aus der gebotenen Kürze der Ausführung als auch aus der andauernden Entwicklung in den neuen Ländern ergibt.

Der Auftrag des Einigungsvertrages

Von "schwierigen Aufgaben und (einer) großen Herausforderung" sprachen die Umweltminister von Bund und Ländern als sie im November 1990 zu ihrer ersten Konferenz im vereinigten Deutschland zusammenkamen. Die "Deklaration" zum "Umweltschutz im geeinten Deutschland" beginnt nicht etwa mit politischen Erfolgsmeldungen und Erklärungen, sondern mit eben dieser vorsichtigen und eher skeptischen Formulierung.

September 1991

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Hochseeschutz: Hoffnung für das Lebenselixier des Planeten?

von Julia Lauter

Weit draußen vor unseren Küsten liegt eine weitgehend ignorierte Weltregion, an der das Überleben der Menschheit hängt: die Hohe See. Sie bedeckt zwei Drittel der Erdoberfläche, in ihr leben rund 80 Prozent aller Tierarten, sie reguliert das globale Klima und bindet ein Drittel des vom Menschen verursachten CO2.