Ausgabe Februar 1993

Alles Müll - oder was?

Daß Müll in der Bundesrepublik ein Problem ist, ist durch viele Schlagzeilen der letzten Monate immer wieder deutlich geworden.

Aber ob es sich um Sondermülldeponien, Müllexporte nach Frankreich, der "Verzicht" auf eine Weiterführung des SeRo-Systems der ehemaligen DDR oder um Streitigkeiten über den Standort einer Verbrennungsanlage handelt - oft können diese Probleme nur kurze Zeit öffentliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Der folgende Beitrag zeigt, daß das Müllproblem als Ganzes betrachtet werden muß und daß es sich um sehr grundsätzliche Weichenstellungen handelt, wenn dieses Problem wirklich gelöst werden soll. (Hans Diefenbacher) Im Südwesten der Republik wird der Müllnotstand verkündet. Ulm, Heidelberg und der Landkreis Esslingen werden von dem abrupten Ende der Müllexporte nach Frankreich unvorbereitet getroffen. Der Landkreis Esslingen verfügte Ende August 1992 in seiner heimischen Deponie über eine freie Kapazität für 50 Tage. Wenn dieser Artikel erscheint, ist diese Frist abgelaufen und Nachbarkreise werden einspringen müssen.

Tatsache ist jedoch, daß wir uns seit Jahren in einem Müllnotstand befinden: Die Verbrennung von Müll führte in der alten Bundesrepublik zu einer weitreichenden Verteilung von hochgiftigen Spurenschadstoffen wie Schwermetalle und Dioxine über die Luft.

Februar 1993

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Hochseeschutz: Hoffnung für das Lebenselixier des Planeten?

von Julia Lauter

Weit draußen vor unseren Küsten liegt eine weitgehend ignorierte Weltregion, an der das Überleben der Menschheit hängt: die Hohe See. Sie bedeckt zwei Drittel der Erdoberfläche, in ihr leben rund 80 Prozent aller Tierarten, sie reguliert das globale Klima und bindet ein Drittel des vom Menschen verursachten CO2.