Ausgabe Februar 1995

Multimedia - Von der Telematik zur elektronischen Medien-Integration

1. Multimedia auf digitalen Autobahnen

Die weltweiten Umwälzungen in den Sektoren der Informations- und Kommunikationstechnik, der Unterhaltungsindustrie und der Massenmedien haben einen Namen: "Multimedia". Mit diesem Begriff verbinden sich oft geradezu euphorische Visionen und Erwartungen. Multimediale Kommunikation auf digitalen Autobahnen soll, so heißt es beispielsweise im Aktionsprogramm der Clinton/Gore-Regierung der USA, "eine Informationsrevolution auslösen, die ein für allemal die Art und Weise ändern wird, wie Menschen leben, arbeiten und miteinander umgehen". Ähnliche Prognosen sind derzeit allerorten zu lesen und zu hören.

Ob die Vision eines Volkes von "Bildschirmhockern" Wirklichkeit wird, das Produktion und Konsumtion am Glasfaseranschluß in der Wohnung erledigt, die elektronisch bestellten und bezahlten Waren und Dienstleistungen an der Haustür entgegennimmt, die Wohnung nur noch zum Joggen und zur selten gewordenen "Nahkommunikation" verläßt, ob Verkehrsstaus sich per Teleworking von selbst auflösen und alle sich in einer grenzenlosen, "demokratischen Informationsgesellschaft" wiederfinden, ist so oder anders Gegenstand multimedialer Spekulationen. Viele reden von Multimedia, aber trotz der inflationären Verwendung des Begriffs gibt es noch keine aussagekräftige Definition oder Umschreibung.

Februar 1995

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Dezember 2020

Joe Biden heißt der Sieger dieser historischen US-Präsidentschaftswahl. In der Dezember-Ausgabe beleuchten die Politikwissenschaftler Peter Beinart und Albena Azmanova, der Ökonom Marshall Auerback sowie die Journalistin Elaine Godfrey die Gründe für Trumps Niederlage sowie die gewaltigen Herausforderungen, vor denen der designierte Präsident und dessen Partei stehen. Die Ökonomin Mariana Mazzucato plädiert dafür, in der Coronakrise die Weichen für die Schaffung einer inklusiveren und nachhaltigeren Wirtschaftsweise zu stellen. »Blätter«-Redakteurin Annett Mängel legt dar, wie eine resonanzstarke Minderheit von Ärzten die Pandemie verharmlost und so den Coronaleugnern in die Hände spielt. Und die Journalistin Cinzia Sciuto sowie der Philosoph Pascale Bruckner plädieren für einen deutlich kritischeren Umgang mit dem Islamismus – gerade seitens der Linken.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema