Ausgabe Oktober 1995

Philosophie der Apokalypse

Geistige Pfadfinder der Neuen Rechten

Denkt man an die Neue Rechte, fallen einem die Namen einiger Publizisten ein, Schlagworte wie "selbstbewußte Nation", "anschwellender Bocksgesang", ein paar spektakuläre Interviews und medienwirksame Kontroversen. Hier also nochmals und schon wieder zu diesem Thema? Um Botho Straußens Bild des "hortus conclusus" aufzugreifen: im geschlossenen Garten der Neuen Rechten, der so geschlossen wiederum nicht ist, gibt es verwunschene Ecken, schattige Beete, auf denen seltsam schillernde Blüten gedeihen. Sie verströmen einen eigenartig morbiden Duft, einen Hauch von Tod, Untergang, Apokalypse. Hier wird nicht das Suppengrün für den Tagesgebrauch gezüchtet, sondern die blaue Blume einer mystisch-apokalyptischen Romantik. Ihre Gärtner: seltsam schweifende, grenzüberschreitende Rhapsoden des Raunens und Andeutens, irgendwo im vagen Ungefähr zwischen Philosophie, Pädagogik, Literatur, Anthropologie, Mythologie. Ihre Botschaft: Entmythologisierung der Aufklärung, Kampf dem Logozentrismus der westlichen Welt

Ihre Themen: Die Transparenz der Verstrickung, Zur Kritik der Moderne, Vom Mythos der Aufklärung, Die Transformation der Körper ins Imaginäre, Das autistische Neutrum, Das Reale als das Unmögliche, Zeug (sic!) unsterblichen Lebens, Die Einbildungskraft und das Flechtwerk der Leere etc.

Oktober 1995

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