Ausgabe Oktober 1995

Vom Energie- zum Atomkonsens?

Für die Energieversorgungsunternehmen (EVU) soll Energiepolitik stabile Rahmenbedingungen sicherstellen, für die Bundesregierung ist sie vor allem im Hinblick auf wirtschaftliches Wachstum von Bedeutung. Aus klimapolitischer Sicht ist sie ein zentrales Handlungsfeld für eine nachhaltige Entwicklung (sustainable development). Diese widersprüchlichen Interessen konzentrieren sich derzeit im Konflikt um die Atomenergie. Daran ist auch der zweite Anlauf zur Herstellung eines "neuen" Energiekonsenses gescheitert. Im Kern ging es um eine parteienübergreifende Verständigung auf eine mittelfristige energiepolitische Strategie. Hier zeichnen sich - trotz des Scheiterns der Gespräche - parteiübergreifende Mehrheiten zugunsten der Atomenergie ab, zumal der klimapolitische Handlungsdruck zunimmt.

Entwicklung der CO2-Emissionen

Wir wissen spätestens seit dem Schlußbericht der Enquetekommission "Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre", daß Emissionen und Energieverbrauch deutlich abgesenkt werden müssen. Die dort erarbeiteten Entwicklungspfade lassen eine Wahl zwischen bloßer Fortsetzung des Energieverbrauchs und einer Ablösung dieser energetischen Zuwachspolitik durch deutliche Einsparungen zu.

Oktober 1995

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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