Ausgabe April 1996

Frieden und Terror I: Israel

Die Terroranschläge der vergangenen Wochen mit ihren vielen unschuldigen Opfern haben in Jerusalem, Ashkelon und Tel Aviv für den Prozeß, der bereits erste Ansätze gegenseitiger Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern ermöglichte, viele Fragen aufgeworfen. Von welch zentraler Bedeutung eben dieser Prozeß ist, wird besonders deutlich, wenn man bedenkt, daß die Suche nach einem für Israelis und Palästinenser annehmbaren Modus vivendi nicht nur der Schlüssel zu einer möglichen Lösung des palästinensischen Problems ist, sondern die meisten Länder der Region betrifft. Erst der Akt der gegenseitigen Anerkennung zwischen der PLO und Israel vom September 1993 wandelte die Hoffnung auf Frieden von reinem Wunschdenken in eine realistische Chance.

Hamas, die radikal-islamische Bewegung, die die jüngsten Morde ebenso wie viele frühere Terrorakte zu verantworten hat, steht in radikaler Opposition zur Suche nach Frieden und Verständigung. Es ist offenbar ihr Ziel, die Errungenschaften der letzten drei Jahre zunichte zu machen. Ihr Kampf scheint sich nicht nur gegen Israel zu richten, sondern ebenso gegen die neue palästinensische Realität, die das Leben der Bevölkerung in Gaza und den bereits unter palästinensischer Autonomie stehenden sechs großen Städten der Westbank bestimmt.

April 1996

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Januar 2026

In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Die geschürte Migrationspanik

von Naika Foroutan

Zwei islamistische Anschläge in Deutschland – der tödliche Angriff auf einen Polizisten in Mannheim mit sechs zusätzlichen Verletzten am 31. Mai 2024 sowie der Anschlag in Solingen am 23. August 2024, bei dem drei Menschen getötet und acht weitere verletzt wurden – haben das Land stark erschüttert.