Ausgabe April 1996

Frieden und Terror I: Israel

Die Terroranschläge der vergangenen Wochen mit ihren vielen unschuldigen Opfern haben in Jerusalem, Ashkelon und Tel Aviv für den Prozeß, der bereits erste Ansätze gegenseitiger Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern ermöglichte, viele Fragen aufgeworfen. Von welch zentraler Bedeutung eben dieser Prozeß ist, wird besonders deutlich, wenn man bedenkt, daß die Suche nach einem für Israelis und Palästinenser annehmbaren Modus vivendi nicht nur der Schlüssel zu einer möglichen Lösung des palästinensischen Problems ist, sondern die meisten Länder der Region betrifft. Erst der Akt der gegenseitigen Anerkennung zwischen der PLO und Israel vom September 1993 wandelte die Hoffnung auf Frieden von reinem Wunschdenken in eine realistische Chance.

Hamas, die radikal-islamische Bewegung, die die jüngsten Morde ebenso wie viele frühere Terrorakte zu verantworten hat, steht in radikaler Opposition zur Suche nach Frieden und Verständigung. Es ist offenbar ihr Ziel, die Errungenschaften der letzten drei Jahre zunichte zu machen. Ihr Kampf scheint sich nicht nur gegen Israel zu richten, sondern ebenso gegen die neue palästinensische Realität, die das Leben der Bevölkerung in Gaza und den bereits unter palästinensischer Autonomie stehenden sechs großen Städten der Westbank bestimmt.

April 1996

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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