Von Camille Grand In der letzten Februarwoche dieses Jahres hat Staatspräsident Jacques Chirac in mehreren Ansprachen (vgl. auch "Dokumente zum Zeitgeschehen") einschneidende Veränderungen der französischen Sicherheitspolitik angekündigt, darunter die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht bis zum Jahr 2001. Unberührt davon bleiben, abgesehen von der Ausmusterung der obsolet gewordenen landgestützten Nuklearraketen, die nationale Atomstreitmacht Force de frappe und die spezifisch französische Version der nuklearen "dissuasion" (Abschreckung). Bei allen Protesten gegen Chiracs Atomtestserie im Muroroa-Atoll, auch bei den eher verhaltenen Reaktionen auf die damit einhergehenden Angebote einer "Europäisierung" des französischen Kernwaffenpotentials, ist der Kenntnisstand über Geschichte und raison d'tre der einst viel belächelten Force de frappe in Deutschland kaum gewachsen. Der nachstehende Artikel von Camille Grand, Experte vom Institut de Relations Internationales et Stratégiques (IRIS) in Paris, soll dazu beitragen, Abhilfe zu schaffen. D. Red. Seit der Explosion der ersten französischen Atombombe am 13. Februar 1960 haben General de Gaulle und später seine Nachfolger ein unabhängiges Nukleararsenal und eine eigenständige Abschreckungsstrategie entwickelt. Im Unterschied zu den beiden Supermächten gründete Frankreich seine Nuklearstrategie auf die Idee der Minimalabschreckung.
In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.