Ausgabe Februar 1996

Erstklassiger Fußball, zweitklassige Sponsoren

Am 9. Februar rast das nationale Sponsorengeschäft in einen weiteren Durchlauf: Die Fußball-Bundesliga startet zur Rückrunde. Im Mittelpunkt des ökonomischen Interesses stehen dann wieder die Heldenbrüste der Spieler; mittlerweile gehören deren Bundesligatrikots zu den teuersten Werbeträgern im Lande. Bis zu sechs Millionen Mark zahlen Unternehmen allein dafür, daß ihr Logo auf einer erstklassigen Fußballerbrust prangt. Abnehmer sind allerdings vornehmlich Firmen aus den Niederungen der zweiten Business-Liga. Seit dem Sommer heißt der neue Hauptsponsor des traditionsreichen Hamburger Sport-Vereins Hyundai. Mit diesem Engagement verließ die bis dahin weithin unbekannte deutsche Autofiliale des koreanischen Mischkonzerns erstmals das geschäftliche Nichts. Oder die Firma Zehnder, Hauptsponsor der ehemaligen Überraschungsmannschaft aus Freiburg, ist zwar Marktführer bei "Sonderwärmekörpern", aber mit 570 Beschäftigten doch ein Mittelständler wie er im betriebswirtschaftlichen Lehrbuch steht. Wenigstens auf der blaugestreiften Dienstkluft des neubayerischen Megastars Jürgen Klinsmann prangt der weißliche Schriftzug eines Multis: Opel. Die Europafiliale von General Motors nutzt seit 1989 den Werbewert von Bayern München.

Februar 1996

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