Am 9. Februar rast das nationale Sponsorengeschäft in einen weiteren Durchlauf: Die Fußball-Bundesliga startet zur Rückrunde. Im Mittelpunkt des ökonomischen Interesses stehen dann wieder die Heldenbrüste der Spieler; mittlerweile gehören deren Bundesligatrikots zu den teuersten Werbeträgern im Lande. Bis zu sechs Millionen Mark zahlen Unternehmen allein dafür, daß ihr Logo auf einer erstklassigen Fußballerbrust prangt. Abnehmer sind allerdings vornehmlich Firmen aus den Niederungen der zweiten Business-Liga. Seit dem Sommer heißt der neue Hauptsponsor des traditionsreichen Hamburger Sport-Vereins Hyundai. Mit diesem Engagement verließ die bis dahin weithin unbekannte deutsche Autofiliale des koreanischen Mischkonzerns erstmals das geschäftliche Nichts. Oder die Firma Zehnder, Hauptsponsor der ehemaligen Überraschungsmannschaft aus Freiburg, ist zwar Marktführer bei "Sonderwärmekörpern", aber mit 570 Beschäftigten doch ein Mittelständler wie er im betriebswirtschaftlichen Lehrbuch steht. Wenigstens auf der blaugestreiften Dienstkluft des neubayerischen Megastars Jürgen Klinsmann prangt der weißliche Schriftzug eines Multis: Opel. Die Europafiliale von General Motors nutzt seit 1989 den Werbewert von Bayern München.
In der Mai-Ausgabe zeigen Alexander Cooley und Daniel Nexon, wie die Trump-Regierung ihre geopolitische Macht systematisch in privaten Gewinn ummünzt – zum Schaden für Rechtsstaat und Demokratie. August Pradetto plädiert für eine entschiedene – auch rhetorische – Verteidigung des Völkerrechts gegenüber der wachsenden Gruppe jener Staaten, die auf die Macht des Stärkeren setzen. Klaus Naumann beleuchtet die Debatte um die Wehrpflicht und fragt, wie sich der Frieden in Europa künftig verteidigen lässt. In einer Welt, in der Heimatverlust zu einer universellen Erfahrung geworden ist, sucht Ece Temelkuran nach neuen Formen von Gemeinsamkeit und Handlungsmacht. Antje Schrupp zeigt, wie rechte Frauen mit traditionalistischen Frauenbildern den autoritären Aufstieg befördern. Sonja Peteranderl warnt vor den Risiken von Zyklus-Apps in Zeiten des Rechtsrucks. Inken Behrmann beleuchtet den auch hierzulande längst entbrannten Kampf um die immer knapper werdende Ressource Wasser. Markus Wissen sieht im radikalen Reformismus eine Strategie gegen den Krisenkapitalismus. Und Karin König erinnert an den Film »Die Mörder sind unter uns« als Schlüsselwerk der deutschen Nachkriegsgeschichte und die Biografie seines Hauptdarstellers Ernst Wilhelm Borchert.