Ausgabe Januar 1997

Biotechnologie gegen den Hunger?

Rom - Leipzig - Buenos Aires... Während Delegierte auf internationalen Konferenzen 1) noch ihre Plädoyers - zumeist prinzipiell für (und nur vereinzelt gegen) den Einsatz von Biotechnologien in der Landwirtschaft - halten, werden auf den Äckern Tatsachen geschaffen. Die agrarische Biotechnologie hat das Stadium der Freisetzungsversuche verlassen. Der reguläre Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen findet bereits statt. Zu wessen Nutzen? Darüber debattiert man wiederum auf besagten Tagungen... Der 96er Konferenzreigen wurde durch die "4. Internationale Technische Konferenz über pflanzengenetische Ressourcen" der FAO in Leipzig eröffnet. Der technisch und trocken anmutende Tagungstitel trifft jedoch nicht den eigentlichen Konferenzinhalt und die damit verbundene politische Brisanz.

So standen im Juni vergangenen Jahres nicht technische Fragen im Mittelpunkt. Verhandelt wurde vielmehr über Erhalt, Zugang und Nutzung pflanzengenetischer Ressourcen und damit verbundene Rechte von Züchtern. Regierungsdelegationen und NGO-Vertreter stritten hierbei auch über Fragen des Einsatzes und der Auswirkungen von Biotechnologie in der Landwirtschaft. Ähnliche Aspekte wurden auch auf der dritten Vertragsstaatenkonferenz (VSK) der Konvention über biologische Vielfalt in Buenos Aires diskutiert.

Januar 1997

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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