Ausgabe Juli 1997

Das Gesundheitssystem neu denken!

Das Geschäft der Medizin und das soziale Gewissen der Heilkunst

Es war einmal eine Zeit, da konnte sich der einzelne Arzt seinen Porsche leisten. Die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG war ein typisch deutsches Symbol von Schaffenskraft und Wohlstand. Mit den Gesundheitsreformen kam eine Wende. Den Ärzten ging es seitdem sichtlich schlechter und auch auf das Unternehmen Porsche wollte 1991 keiner mehr setzen. Heute geht es den Ärzten immer noch schlecht, die Porsche AG aber steht wieder gut da.

Denn im Herbst 1991 kam Wendelin Wiedeking. Der neue Vorstandsvorsitzende zog eine radikale Sanierung durch, natürlich mit kompetentem Rat aus Japan. Die deutschen Führungskräfte lernten schlankes Management bei Toyota und studierten "Die zweite Revolution in der Autoindustrie". Dieser Bestseller von Womack, Jones und Roos hat das Denken über Organisationen und das Produzieren in Systemen weltweit in Bewegung gebracht. Die Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT) läutete ein neues Zeitalter ein: Zu Beginn unseres Jahrhunderts verdrängten die Fließbänder Henry Fords das handwerkliche Schaffen - heute ersetzt LeanThinking und Lean-Production diese inzwischen traditionelle Massenfertigung. Netzwerke statt Hierarchien, dynamische, sich selbst koordinierende Arbeitsteams verbessern die Produktivität der Fabriken und die Qualität der Güter. Die Kosten in modernen Unternehmen sinken, die Wertschöpfung steigt.

Juli 1997

Sie haben etwa 5% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 95% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Mai 2026

In der Mai-Ausgabe zeigen Alexander Cooley und Daniel Nexon, wie die Trump-Regierung ihre geopolitische Macht systematisch in privaten Gewinn ummünzt – zum Schaden für Rechtsstaat und Demokratie. August Pradetto plädiert für eine entschiedene – auch rhetorische – Verteidigung des Völkerrechts gegenüber der wachsenden Gruppe jener Staaten, die auf die Macht des Stärkeren setzen. Klaus Naumann beleuchtet die Debatte um die Wehrpflicht und fragt, wie sich der Frieden in Europa künftig verteidigen lässt. In einer Welt, in der Heimatverlust zu einer universellen Erfahrung geworden ist, sucht Ece Temelkuran nach neuen Formen von Gemeinsamkeit und Handlungsmacht. Antje Schrupp zeigt, wie rechte Frauen mit traditionalistischen Frauenbildern den autoritären Aufstieg befördern. Sonja Peteranderl warnt vor den Risiken von Zyklus-Apps in Zeiten des Rechtsrucks. Inken Behrmann beleuchtet den auch hierzulande längst entbrannten Kampf um die immer knapper werdende Ressource Wasser. Markus Wissen sieht im radikalen Reformismus eine Strategie gegen den Krisenkapitalismus. Und Karin König erinnert an den Film »Die Mörder sind unter uns« als Schlüsselwerk der deutschen Nachkriegsgeschichte und die Biografie seines Hauptdarstellers Ernst Wilhelm Borchert. 

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Der Lieferketten-Backlash – und was trotzdem bleibt

von Armin Paasch, Miriam Saage-Maaß

Nach langem Ringen hat das Europäische Parlament am 16. Dezember 2025 dem sogenannten Omnibus-I-Paket zugestimmt, das zentrale Regelwerke des European Green Deal »vereinfachen« soll. Tatsächlich hat die Europäische Volkspartei damit allerdings nicht vereinfacht, sondern vielmehr die »Brechstange« (Manfred Weber, CSU) an die EU-Lieferkettenrichtlinie angesetzt.

Alternativen zum Geist der Ausbeutung

von Mariana Mazzucato

Während das Weltwirtschaftsforum in Davos unter dem Motto »A Spirit of Dialogue« (Ein Geist des Dialogs) tagt, haben die USA die Kontrolle über die Ölinfrastruktur Venezuelas übernommen und eine »unbefristete« amerikanische Verwaltung der Erdölreserven des Landes eingerichtet.

Wirtschaftspolitik ohne Verstand: Lockert die Steuerbremse!

von Axel Stommel

Es soll ein „Herbst der Reformen“ werden, kündigen Union und SPD lautstark an. Angesichts der ernüchternden Realität einer Finanzierungslücke von 172 Mrd. Euro, die im Bundeshaushalt zwischen den Jahren 2027 und 2029 klafft, ist die bei jeder Gelegenheit beschworene Aufbruchstimmung nur allzu verständlich.