Ausgabe Juli 1997

Joint Implementation - Rettung für das Weltklima oder bloßes Alibi?

Könnten die Industrieländer nicht den Klimaschutz der Entwicklungsländer verbessern und sich auf diese Weise von der Verpflichtung zu weiteren Verbesserungen im eigenen Land quasi "freikaufen"? Da die Technologie in Entwicklungsländern oft viel rückständiger ist, wäre das Kapital, das auf diese Weise in den Umweltschutz investiert würde, nicht am gewinnbringendsten eingesetzt? Diese Idee spielt eine wichtige Rolle in der Debatte über Klimaschutzpolitik. Während die Industrie die Einführung von "Joint Implementation" (JI) befürwortet, wird diese Strategie von Umweltschutzorganisationen ebenso wie von Entwicklungstheoretikern und Eine-Welt-Aktivisten oft negativ bewertet. 1)

Ausgangspunkt aller Überlegungen zur Reduktion von Emissionen im Rahmen des Klimaschutzes ist die 1992 auf der "United Nations Conference on Enviromnent and Development" (UNCED) verabschiedete Klimakonvention, die mittlerweile von über 150 Staaten ratifiziert worden ist. In der Konvention werden die Staaten in drei Gruppen unterteilt: Annex 1-Staaten, Annex 2-Staaten und die sogenannten "Nicht-Annex 1-Staaten". Die erste Gruppe besteht im wesentlichen aus den Industrieländern (den damaligen OECD-Staaten und Osteuropa), die zweite nur aus den damaligen OECD-Ländern und die dritte aus allen übrigen Nationen.

Juli 1997

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