Ausgabe Oktober 1998

Rehabilitierung der Ökologie

Umweltpolitische Anforderungen an die neue Bundesregierung

Die Bundesrepublik, in den 80er Jahren Vorreiter im Umweltschutz, hat den Staffelstab an ihre nördlichen Nachbarn Dänemark, die Niederlande und auch Schweden abgegeben. Dort wird im letzten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts die weltweit ambitionierteste Umweltpolitik betrieben. Ausdruck davon sind unter anderem eine Ökologisierung des Steuer- und Abgabensystems sowie eine nationale Umweltplanung mit der Festlegung langfristiger Ziele, die - in den Niederlanden in Vierjahrespläne gegossen - von der Alltagspolitik verbindlich umzusetzen sind. Nach der "Eiszeit der Umweltpolitik" 1) in der zweiten Hälfte der 70er Jahre, als bedingt durch Wirtschaftsrezession und teilweise gewalttätige Anti-AKW-Demonstrationen die zuvor positive Stimmung gegenüber staatlicher Umweltpolitik kippte, markiert die zurückliegende Legislaturperiode den zweiten großen Tiefpunkt in der noch jungen Geschichte bundesdeutscher Umweltpolitik, die 1969 Teil innerer Reformen unter Willy Brandt wurde und seither systematisch betrieben wird. Nachfolgend wird zunächst herausgearbeitet, wie sich die ökologischen Handlungsbedingungen verschlechtert haben, welchen Anteil daran die konservativ-liberale Koalition hat und wo die Herausforderungen für die neue Bundesregierung liegen.

Wer den Zeitgeist nicht auf seiner Seite hat...

Oktober 1998

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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