Mit Gelassenheit, wenn nicht gar mit überheblicher Attitüde reagierten in Deutschland etliche auf die Raubgold-Debatte, in deren Mittelpunkt schweizerische Banken stehen, weil sie von der Deutschen Reichsbank Raubgold übernommen und damit nicht nur hohe Profite gemacht, sondern dem NS-Regime auch unverzichtbare logistische Dienste für die Kriegsführung geleistet hatten. Der "Spiegel" etwa schrieb: "Über das Alpenland bricht herein, was die Nachbarn im Norden und Osten weitgehend hinter sich haben". Die Bundesregierung reagierte ähnlich. Zwar verhängte sie über ihre Delegation auf der Londoner Raubgold-Konferenz im Dezember letzten Jahres kein Schweigegebot, wie es der Vatikan tat, doch ließ sie durch die beauftragten Sprecher verlauten, in Deutschland sei alles geklärt und selbstverständlich auch geregelt. In drei Schritten wurde diese Position zum Einsturz gebracht. Der Privatforscher Hersch Fischler machte bereits Anfang letzten Jahres eine wenig interessierte Öffentlichkeit darauf aufmerksam, daß zentrales Reichsbank-Archivmaterial zum Raub von Opfergold nicht mehr auffindbar ist, obwohl es der Bank deutscher Länder, der Vorläufern der Bundesbank, von den Alliierten "zur dauerhaften Aufbewahrung" übergeben worden war.
In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.