Eigentlich eine ganz einfache Geschichte: Der Bundestag bezieht den Reichstag, ein Gebäude, dem die deutsche Geschichte m i t i h r e n H ö h e n u n d T i e f e n ähnlich übel mitgespielt hat wie D e m d e u t s c h e n V o l k e. (Das aber auch als solches prima symbolisiert, daß letztenendes alles immer wieder gut wird.) Das Gebäude wurde renoviert und wird jetzt halt "instandbesetzt". Das erste deutsche Parlament, das von sich behaupten kann, die Akzeptanz der Bevölkerung zu genießen und auf eine Erfolgsgeschichte von mehreren Jahrzehnten zurückzublicken, siedelt von seiner Pflanzstätte im Westen in die neue Bundeshauptstadt um und stiftet dieser unter der Adresse "Platz der Republik" ihr politisches Zentrum. Gleichzeitig also Schluß der unsinnigen Debatten über "das Loch" in der Mitte, die Leere "im Herzen der Hauptstadt", wie sie das Fehlen des (deshalb dort dringend wieder benötigten) Hohenzollern-Stadtschlosses angeblich erzeugt. So einfach wäre d i e s e Geschichte, hätten wir es mit einer ihrer selbst bewußten, ihres Werts, ihrer singulären Bedeutung vor dem Hintergrund der Elendsgeschichte des deutschen Parlamentarismus vor 1945 bewußten Volksvertretung zu tun. Schließlich ist es der 14.
In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.