Die kommerzielle Anwendung der grünen Gentechnik, das ist bislang vor allem die Herstellung gentechnisch veränderten Saatguts und darauf abgestimmter Pflanzenschutzmittel, ist in jüngster Zeit von mehreren Seiten unter Druck geraten. Diesen Druck erzeugt zu einem guten Teil die anhaltend hohe Inakzeptanz der Verbraucher gegenüber entsprechenden Produkten nicht nur in Europa, sondern in zunehmendem Maße auch in den Vereinigten Staaten. Vor dem Hintergrund einer massiven Ablehnung von Nahrungsmitteln mit gentechnisch veränderten Zutaten durch die Konsumenten haben in Europa bislang sieben große Handelsketten entsprechende Produkte aus ihrem Sortiment genommen; gleichzeitig erklärten Lebensmittelkonzeme wie Nestlé und Unilever, auf entsprechende Zutaten in ihren Produkten bis auf weiteres zu verzichten. Zudem hat die EU-Kommission sich im Rahmen der Novellierung der Freisetzungsrichtlinie von 1990 im Sommer dieses Jahres nicht nur auf eine Verschärfung der Zulassungsbedingungen für gentechnisch veränderte Agrarprodukte, sondern auch auf ein Defacto-Moratorium für entsprechende Zulassungen bis zu ihrem Inkrafttreten im Jahr 2002 verständigt.
In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.