Die kommerzielle Anwendung der grünen Gentechnik, das ist bislang vor allem die Herstellung gentechnisch veränderten Saatguts und darauf abgestimmter Pflanzenschutzmittel, ist in jüngster Zeit von mehreren Seiten unter Druck geraten. Diesen Druck erzeugt zu einem guten Teil die anhaltend hohe Inakzeptanz der Verbraucher gegenüber entsprechenden Produkten nicht nur in Europa, sondern in zunehmendem Maße auch in den Vereinigten Staaten. Vor dem Hintergrund einer massiven Ablehnung von Nahrungsmitteln mit gentechnisch veränderten Zutaten durch die Konsumenten haben in Europa bislang sieben große Handelsketten entsprechende Produkte aus ihrem Sortiment genommen; gleichzeitig erklärten Lebensmittelkonzeme wie Nestlé und Unilever, auf entsprechende Zutaten in ihren Produkten bis auf weiteres zu verzichten. Zudem hat die EU-Kommission sich im Rahmen der Novellierung der Freisetzungsrichtlinie von 1990 im Sommer dieses Jahres nicht nur auf eine Verschärfung der Zulassungsbedingungen für gentechnisch veränderte Agrarprodukte, sondern auch auf ein Defacto-Moratorium für entsprechende Zulassungen bis zu ihrem Inkrafttreten im Jahr 2002 verständigt.
In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.