Ausgabe Mai 2000

Ächtung des Luftkrieges

Der Weltraum soll kriegs- und rüstungs frei bleiben: Dieser Konsens der Groß mächte des ausgehenden 20. Jahrhun derts gilt hoffentlich auch im 21. Jahr hundert weiter. Aber sind nicht auch die 510 Millionen Quadratkilometer Erdoberfläche und der darüber befindliche Luftraum Teilbereiche des Weltalls? Warum wird das Instrument der Luftkriegsführung weder moralisch noch politisch noch völkerrechtlich in Frage gestellt, ja noch nicht einmal (z.B. von der Wissenschaft) kritisch thematisiert, geschweige denn – wie z.B. Rauschgifte – geächtet, verboten oder gar unter Strafandrohung gestellt?

Diese Frage stellt sich mehr oder weniger bewußt den leidenden und trauernden Zeitgenossen, so jetzt auch den überlebenden Opfern des NATO-Luftkriegs gegen Jugoslawien. Schon seit mehr als hundert Jahren wird eine völkerrechtliche „Einhegung“ des Kriegführens angestrebt: 1899 und 1907 auf den beiden Haager Friedenskonferenzen, die jeweils ohne vorangegangene Kriege auf Einladung des russischen Zaren stattfanden, in den Genfer Konventionen von 1949 sowie in verschiedenen Teilabrüstungsschritten            wie      z. B.    dem Giftgasverbot von 1925, dem Atomtest stopp von 1963 und dem Landminenverbot der Ottawa-Konferenz von 1997.

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Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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