Ausgabe August 2001

Regionalkonflikt unter Atommächten

Der Streit um Kaschmir

Der Kosovo-Konflikt scheint im Sinne der "internationalen Staatengemeinschaft" vorläufig beigelegt zu sein. Um eine politische Lösung des Nahost-Konflikts wird nach wie vor gerungen; zwar gibt es gewaltsame Auseinandersetzungen, die nahezu täglich Opfer fordern, aber die Parteien reden wenigstens ab und an miteinander, wenn auch auf internationalen Druck hin. Die Konflikte in Transkaukasien und in Südasien sind von einem solchen Stadium noch weit entfernt. Hier liegen, das läßt sich wohl ohne Übetreibung sagen, die Hauptkonflikffelder des 21. Jahrhunderts. Und insbesondere Kaschmir, um das die Atommächte Indien und Pakistan streiten, wird die Welt noch eine geraume Weile beschäftigen. Was macht eigentlich das Großfürstentum Kaschmir, vor fast 400 Jahren vom Mogulkaiser Jahangir als "Paradies auf Erden" gepriesen, in unserer Zeit so begehrenswert? Neben dem Hinweis auf bedeutende Bodenschätze (Steinkohle, Erdöl, Eisenerze, Nickel, Blei, Kupfer, Gold) genügt ein Blick auf die Landkarte, um die herausragende geostrategische Bedeutung Kaschmirs zu erkennen. Das Land grenzt an die VR China, Indien, Afghanistan und Pakistan und ist nur durch einen schmalen Streifen von Kasachstan, einer früheren Sowjetrepublik, getrennt.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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