Ausgabe August 2001

Regionalkonflikt unter Atommächten

Der Streit um Kaschmir

Der Kosovo-Konflikt scheint im Sinne der "internationalen Staatengemeinschaft" vorläufig beigelegt zu sein. Um eine politische Lösung des Nahost-Konflikts wird nach wie vor gerungen; zwar gibt es gewaltsame Auseinandersetzungen, die nahezu täglich Opfer fordern, aber die Parteien reden wenigstens ab und an miteinander, wenn auch auf internationalen Druck hin. Die Konflikte in Transkaukasien und in Südasien sind von einem solchen Stadium noch weit entfernt. Hier liegen, das läßt sich wohl ohne Übetreibung sagen, die Hauptkonflikffelder des 21. Jahrhunderts. Und insbesondere Kaschmir, um das die Atommächte Indien und Pakistan streiten, wird die Welt noch eine geraume Weile beschäftigen. Was macht eigentlich das Großfürstentum Kaschmir, vor fast 400 Jahren vom Mogulkaiser Jahangir als "Paradies auf Erden" gepriesen, in unserer Zeit so begehrenswert? Neben dem Hinweis auf bedeutende Bodenschätze (Steinkohle, Erdöl, Eisenerze, Nickel, Blei, Kupfer, Gold) genügt ein Blick auf die Landkarte, um die herausragende geostrategische Bedeutung Kaschmirs zu erkennen. Das Land grenzt an die VR China, Indien, Afghanistan und Pakistan und ist nur durch einen schmalen Streifen von Kasachstan, einer früheren Sowjetrepublik, getrennt.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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