Sie sind jung. Sie sind überzeugt, für eine gerechte Sache zu kämpfen. Sie sind Mitglieder einer Terror-Organisation - der einzigen, die in Westeuropa noch aktiv ist und deswegen Anfang Dezember auch von den EU-Innenministern zum Problem für ganz Europa erklärt wurde. Sie - das sind jene, die in den Reihen der bewaffneten Separatistengruppe Euzkadi ta Azhatasuna (Eta, "Baskenland und Freiheit") für ein unabhängiges Baskenland kämpfen. Und das mit allen Mitteln. In der nordspanischen Provinz herrscht Krieg: Der Krieg der Eta gegen ihre politischen Feinde - und gegen alles, was spanisch ist. 21 Menschen hat die bewaffnete Truppe seit Jahresbeginn umgebracht. Und damit deutlich gemacht, dass sie nach dem im Dezember letzten Jahres beendeten Waffenstillstand sowohl entschlossen als auch in der Lage ist, ihren Terror fortzusetzen. Zuvor hatten der spanische Innenminister Jaime Mayor Oreja und seine Sicherheitsexperten mehrfach triumphiert, die Eta sei mit ihren Kräften am Ende und habe nur deshalb am 16. September 1998 einen vorübergehenden Stopp ihrer militanten Aktionen angekündigt. Eine Fehleinschätzung: Zwar war die Struktur der Eta damals in der Tat angeschlagen und viele ältere Kämpfer der Separatistenorganisation waren des bewaffneten Kampfes müde.
In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.