Sie sind jung. Sie sind überzeugt, für eine gerechte Sache zu kämpfen. Sie sind Mitglieder einer Terror-Organisation - der einzigen, die in Westeuropa noch aktiv ist und deswegen Anfang Dezember auch von den EU-Innenministern zum Problem für ganz Europa erklärt wurde. Sie - das sind jene, die in den Reihen der bewaffneten Separatistengruppe Euzkadi ta Azhatasuna (Eta, "Baskenland und Freiheit") für ein unabhängiges Baskenland kämpfen. Und das mit allen Mitteln. In der nordspanischen Provinz herrscht Krieg: Der Krieg der Eta gegen ihre politischen Feinde - und gegen alles, was spanisch ist. 21 Menschen hat die bewaffnete Truppe seit Jahresbeginn umgebracht. Und damit deutlich gemacht, dass sie nach dem im Dezember letzten Jahres beendeten Waffenstillstand sowohl entschlossen als auch in der Lage ist, ihren Terror fortzusetzen. Zuvor hatten der spanische Innenminister Jaime Mayor Oreja und seine Sicherheitsexperten mehrfach triumphiert, die Eta sei mit ihren Kräften am Ende und habe nur deshalb am 16. September 1998 einen vorübergehenden Stopp ihrer militanten Aktionen angekündigt. Eine Fehleinschätzung: Zwar war die Struktur der Eta damals in der Tat angeschlagen und viele ältere Kämpfer der Separatistenorganisation waren des bewaffneten Kampfes müde.
In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.