Ausgabe Januar 2001

Unsicherheitsfaktor Afghanistan

Seit Sommer 1999 erlangten Sicherheitsprobleme Zentralasiens internationale Aufmerksamkeit. In Zusammenstößen zwischen regulären Streitkräften und aufständischen Bojewiki (Kämpfer, Freischärler) zeigten sich gravierende Schwächen nationaler und regionaler Sicherheitsstrukturen in diesem Teil der GUS, im nördlichen Umfeld des afghanischen Krisenherds. 1) Bereits im Februar 1999 hatte ein Bombenattentat in Taschkent die Selbstdarstellung Usbekistans als Modell autoritärer Stabilitätswahrung im postsowjetischen Zentralasien nachhaltig erschüttert. Mitte des Jahres drangen Freischärler aus dem Umkreis einer "Islamischen Bewegung Usbekistans" von außerhalb der Regierungskontrolle stehenden Gebieten Tadschikistans in die kirgisische Provinz Batken ein, um von dort weiter nach Usbekistan vorzustoßen und im Ferganatal für einen "islamischen Staat" zu kämpfen. Ein Jahr nach dem "Schock von Batken" wiederholten sich Infiltrationen bewaffneter Gruppen aus Tadschikistan und Afghanistan in das Hoheitsgebiet der Nachbarstaaten, diesmal auch in eine Provinz Usbekistans.

Krisenbogen

Vor diesen Ereignissen hatte Zentralasien im Vergleich zu der von ethnisch-territorialen Konflikten destabilisierten kaukasischen Region als verhältnismäßig stabil gegolten.

Sie haben etwa 10% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 90% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2020

In der Juni-Ausgabe analysiert die Journalistin Kate Aronoff, wie sich Corona-Pandemie, Verschuldung und Klimawandel im globalen Süden zu einer dreifachen Krise verschränken. Die Ökonomen Emmanuel Saez und Gabriel Zucman zeigen, wie die einst progressive Steuerpolitik der USA durch eine systematische Bevorzugung der Reichen abgelöst wurde. Der Agrarwissenschaftler Knut Ehlers und der Präsident des Umweltbundesamtes, Dirk Messner, plädieren für eine radikale Transformation der Landwirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit. Und »Blätter«-Redakteur Steffen Vogel ergründet den Zusammenhang zwischen Verschwörungsglaube und Popkultur.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Indien: Der große Exodus

von Ellen Ehmke

Es ist der größte Lockdown der Menschheitsgeschichte: Am 24. März verordnete Premierminister Narendra Modi dem indischen Subkontinent eine mehrwöchige Ausgangssperre, die mindestens bis Anfang Mai anhalten soll. Das Ziel: Die Ausbreitung des Coronavirus unter den knapp 1,4 Milliarden Inder*innen aufzuhalten.