Ausgabe Juli 2001

Das Kyoto-Protokoll: Lohnt sich eine Rettung?

Es ist das Liebenswürdige an Amerika, dass dort alles und auch das Gegenteil davon zu finden ist. Mit George W. Bush zum Beispiel haben die Initiatoren der „Stiftung des Langen Jetzt“ wenig gemein. Sie planen nichts weniger als ein Monument an die Zukunft. Ein Monument an die Zukunft? Denkmale an die Vergangenheit gibt es ja zur Genüge, aber worin könnte eine Gedenkstätte für die Zukunft bestehen? Danny Hillis, ihr Erfinder, erklärt dazu: „Ich glaube, es ist an der Zeit ein langfristiges Projekt zu starten, das die Leute dazu bringt, über die mentale Barriere der Jahrtausendwende hinauszudenken. Ich stelle mir eine große (Stichwort Stonehenge) mechanische Uhr vor, die von jahreszeitlichen Temperaturschwankungen angetrieben wird. Sie tickt einmal im Jahr, schlägt einmal im Jahrhundert, und der Kuckuck kommt nur zum Millenium zum Vorschein.“  

So eine Uhr, sie ist Mechanismus und Mythos zugleich.1 Vom Mechanismus hat Hillis bereits einen Prototyp fertig gestellt. Um sie zu konstruieren, stellen sich den Ingenieuren bislang unbekannte Aufgaben. Wie soll man die Zuverlässigkeit des Materials, die Präzision der Laufwerke, ja auch die Kenntnis über Sinn und Zweck des Baus über Jahrtausende hinweg sicherstellen? Und schon enthüllt sich in solchen Fragen auch der Mythos der Uhr.

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe August 2020

In der Augustausgabe beleuchtet Masha Gessen die clanartigen Strukturen von Trumps Mafia-Staat. Michael Tomasky sieht den designierten Präsidentschaftskandidaten Joe Biden auf dem Weg nach links – und erkennt bei dem US-Demokraten gar rooseveltsche Ambitionen. Wieslaw Jurczenko analysiert die Ursachen des Wirecard-Desasters und damit das Totalversagen der deutschen Finanzaufsicht. Raul Zelik fordert, die Eigentumsverhältnisse wieder in den Blick zu nehmen, um so den Sozialismusbegriff wiederzubeleben. Und Klaus Vieweg befreit Hegel, der vor knapp 250 Jahren geboren wurde, vom Totalitarismusverdacht.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema