Ausgabe Juli 2001

NS-Zwangsarbeit: Eine Zwischenbilanz

Am 30. Mai 2001 hat der Deutsche Bundestag "ausreichende Rechtssicherheit für deutsche Unternehmen in den USA" festgestellt. Damit werden erste Zahlungen aus der Bundesstiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" möglich. Hoffen wir, daß nach endlosen Jahren des Wartens im Sommer 2001 die ersten Gelder bei den Überlebenden ankommen. Hoffen wir, daß die für die Auszahlungen Verantwortlichen auf die Inszenierung von Dankbarkeitsgesten der Empfänger vor laufender Kamera verzichten. Zu quälend, zu peinlich war der Weg zur ersten Zahlung insbesondere in den letzten Monaten. Jahrelang hatten die Überlebenden und ihre Unterstützer als "Kritische Aktionäre" die Forderung nach Schadenersatz für die Opfer herausgeschrien. Anläßlich runder Firmenjubiläen standen stets die gleichen Aktivisten vor den festlich geschmückten Kongreßzentren. Ein Objekt für den Werkschutz: ohne jede Aussicht auf Erfolg. Die Mehrheit der Überlebenden lebt in den Ländern Mittel- und Osteuropas. Viele wußten am Monatsersten nicht, ob sie die Miete bezahlen oder ausreichend Lebensmittel einkaufen sollten. Keine Gefahr also für Deutsche Bank, Mercedes-Benz oder Allianz.

In den Chefetagen deutscher Weltfirmen hatte man die Beteiligung der Unternehmen an NS-Verbrechen längst verdrängt. Selbst als am 4.

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