Ausgabe September 2001

Dosenpolitik

Nur für ein paar Tage stand das "Pflichtpfand auf Einweg-Getränkeverpackungen" im Zentrum des Medieninteresses. Zurück blieb nicht viel mehr als der Eindruck, Bundesumweltminister Trittin habe sich selbst bei SPD-regierten Ländern mit seinem Vorschlag nicht durchsetzen können. Ungewöhnlich allerdings, daß sich selbst die Industrieverbände nicht einig waren. Worum geht es? Im Jahre 1991 wurde - maßgeblich vorbereitet vom damaligen Bundesumweltminister Töpfer (CDU) - die derzeit geltende Verpackungsverordnung erarbeitet. Anlaß gab die rückläufige Entwicklung des Mehrweganteils, der 1980 noch bei 76% lag und bis 1989 auf rund 72% gefallen war. 1) Dieses Niveau sollte durch eine Pfandpflicht gesichert werden. Nach Jahren der Stabilität unterschritt der Mehrweganteil diese Quote 1997 erstmals. 1998 erreichte sie nur noch 70,1%, vorläufige Schätzungen für 1999 gehen von einem weiteren Absinken auf 68,5% aus; für das Jahr 2000 könnte der Wert eher bei 66% liegen. 2) Die Menge der in Mehrwegverpackungen abgefüllten Getränke betrug 1991 etwa 19,9 Mrd. Liter; bis 1995 stieg sie auf rund 22,5 Mrd. Liter an und schwankt seitdem um diesen Wert.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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