Ausgabe September 2001

Prima Klima?

Klimaschutz durch Konferenzserien: eine Fata Mogana

 „Let’s improve the atmosphere“, hieß es auf Grußanzeigen des Bundesumweltministeriums zur Bonner Weltklimakonferenz – der achten seit 1992. Dabei war schon vor der Konferenz klar, daß selbst ein nicht verwässertes Kyoto-Protokoll im optimalen Realisierungsfall bis zum Jahr 2012 kaum mehr bewirken könnte, als die Emissionen auf den schon brisant klimagefährdenden Stand des Jahres 1990 zurückzuführen. Auf Basis der nicht mehr zur Debatte stehenden Vorentscheidungen ging es also kaum noch um eine Verbesserung der Klimabedingungen, sondern um das Aufhalten weiterer Verschlechterungen. Das Zitat, und mehr noch die Tonart, mit der die Konferenzteilnehmer im Chor mit akkreditierten Umweltorganisationen das Ergebnis öffentlich als Erfolg feierten, steht in auffallendem Kontrast zum prekären Zustand des Weltklimas, den das Ergebnis von Bonn nicht verbessern kann. Das Wuppertal-Institut rechnet in einer Kurzanalyse mit Emissionssteigerungen bis zum Zieljahr 2012 von 10%. Doch die Debatte über die Bewertung des Kyoto-Protokolls scheint gelaufen. Pacta sunt servanda, wohl oder übel – oder mit einem Aphorismus von Stanislaw Lec gesprochen: „Wer das Niveau heben will, muß die Ansprüche senken.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

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