Ausgabe Juli 2002

Zwei Idealisten gegen den Vatikan

Der Stellvertreter, das ist ein Theaterstück und das war mal ein Theaterskandal. Vielleicht kaufte deshalb eine italienische Filmproduktionsfirma damals flugs die Rechte an dem "Stoff". Warum er jetzt erst verfilmt wurde, wäre auch eine Frage, der nachzugehen lohnte... Rolf Hochhuth wagt in seinem Stück, das Verhalten von Papst Pius XII. (dem "Stellvertreter" Gottes auf Erden) angesichts des Holocaust zu kritisieren. Nach intensiven Recherchen konnte er in dem Stück beweisen, dass die katholische Kirche und der Papst damals ohne öffentlichen Protest zusahen, wie zuletzt sogar in Rom die Juden abtransportiert wurden - obwohl sie wussten, wohin die Reise der Deportierten ging. Dabei ist weniger die Frage wichtig, was oder wie viel ein Protest hätte verhindern können. Hochhuth prangerte vielmehr die prekäre Doppelfunktion der Kirche an: moralische Weltinstanz mit göttlicher Legitimation einerseits; Eignerin von Kapital und Besitztümern sowie Staat mit entsprechenden Interessen andererseits. Hochhuth nutzte die Institution Theater dazu, eine politische Diskussion zu entfachen.

In der Debatte meldeten sich neben den Verteidigern der Kirche sehr bald Kritiker zu Wort, die die dramaturgische Umsetzung thematisierten.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

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